Wir sind Umgezogen

Es ist so weit– Peter Amende hat uns ein tolles eigenes Theme gebaut, das wir nun auf unserer eigenen Seite zum Einsatz bringen. Ihr findet unseren Blog fortan unter:

kegelklub.net/blog

Eichhörnchendebatten-HowTo. Oder: Hausaufgaben für den Bundesparteitag (beta)

Liebe Piraten,

der BPT steht an und wir werden höchstwahrscheinlich einiges an Debatten über Frauen in der Piratenpartei und über Feminismus und Eichhörnchen und Quoten und was es sonst noch so an Zuckerwatte gibt führen.
In piratigen Diskursen über diese Themen kristallieren sich oft die immer gleichen Missverständnisse und Vorurteile heraus, auf die wir im Folgenden gerne eingehen würden, damit wir im Dezember gemeinsam konstruktiv und vorwärts diskutieren können, anstatt zum 20. Mal langwierig zu klären, warum eine Quote eben NICHT „Frauen diskriminiert, weil die dann wegen ihres Geschlechts eingestellt werden und sie Männern den Job wegnehmen“, sondern gemeinsam an einer Alternative zur Quote basteln können (die vielleicht aus ganz vielen anderen Gründen nicht in die Piratenpartei passt).

Auf geht’s:

Feminismus/Feministinnen sind doof, weil Alice Schwarzer/Antje Schrupp/Julia Schramm/$Sockenpuppe…!

Feminismus über einen so groben Kamm zu scheren ist weder richtig noch konstruktiv. Das ist in etwa wie wenn wir die Behauptung „alle Nerds sind Haarig und eklig“ aufstellen und mit Stallmans besonderer Affinität zu seinen Fußnägeln begründen würden.

Bei uns kann doch jeder mitmachen

Jeder von uns schließt höchstwahrscheinlich mit seinem Verhalten Menschen aus. Und das ohne Absicht. Nur weil unsere Stammtische öffentlich sind, heißt das nicht, dass sich dort jeder wohl und willkommen fühlt. Genau das ist aber eine Grundvoraussetzung dafür, dass wir ein möglichst breites Spektrum an Piraten anziehen und letztlich dazu ermutigen können, sich zu beteiligen.

Wie man das besser machen kann steht zum Beispiel hier:

Auch: Leute, die anderer Meinung sind, nicht persönlich und vor allem nicht unter der Gürtellinie angreifen. Sich fragen, ob man an diesem Shitstorm jetzt wirklich teilnehmen muss. An Ausrufezeichen sparen. Sich nicht wie eine offene Hose verhalten.

Die Quote ist diskriminierend, weil…

Steht dein Argument eventuell hier dabei?

😉

Aber die Männer!

Engagement für Gleichberechtigung– und auch Feminismus– ist nicht nur die Auseinandersetzung mit der Ausgrenzung von Frauen. Es geht um den Kampf gegen Gesellschaftsstrukturen, die uns allen nicht gerecht werden. Frauen und Eichhörnchen haben in dieser Gesellschaft allerdings meistens die größere Arschkarte gezogen. Das heißt nicht, dass wir verkennen, dass z.B. auch Jungs unter dem Männlichkeitszwang, dem viele von ihnen ausgesetzt sind, leiden. Es heißt aber auch nicht, dass nicht eine kleine Gruppe von Feministinnen für alle zuständig sein kann.
Der Vorwurf, dass Frauen, die für echte Gleichberechtigung kämpfen ( und sich meist als Feminstin bezeichnen), diskriminierend agieren, weil sie sich nicht auch noch explizit für gebeutelte Männer einsetzen, ist so dreist, absurd und bräsig, dass mir seit Tagen keine sinnvolle Antwort zu diesem Punkt einfällt.
Das ist unser gemeinsamer Kampf.
Wir leiden alle unter den herrschenden Strukturen.
Hilf halt mit, statt andere für ihr Engagement anzuraunzen.

Wir haben doch Frauen und die fühlen sich bei uns wohl.

Genau, und das ist auch toll! Lustigerweise hatte aber bisher jede Piratin, die ich danach gefragt habe, einen größtenteils männlichen Freundeskreis und/oder arbeitete in einem männerdominierten Beruf. Kann man für einen Zufall halten (genauere Erhebungen sind in Arbeit). Tue ich aber nicht. Auch Frauen sind keine homogene Gruppe und der Mangel an nicht-Dudettes kann ein Indikator dafür sein, dass wir eine Attraktivitätslücke haben.
Wir sind eine politische Partei, vom Grundgesetz explizit geschützt– es ist unsere Aufgabe, allen Facetten der Gesellschaft und allen Facetten der Politik irgendwie aufmerksam zu folgen.
Auch: Vollständige Induktion über Frauen funktioniert so nicht.

Ich lass‘ mir doch nicht den Mund verbieten a.k.a
Ihr reagiert über. Seid doch mal lustig! Habt ihr keinen Humor?

Dinge wie „keine sexistischen Witze reißen“ erscheinen leicht banal und gleichzeitig überzogen: Natürlich ist das doch alles nur Spaß und natürlich will niemand hier Frauen an den Herd ketten.

Wenn wir den Anspruch erheben, eine Mitmachpartei zu sein, bedeutet das auch, dass wir dafür sorgen müssen, dass sich jeder der mitmachen will, wohl und willkommen fühlen kann. Das hat nichts mit Zensur zu tun, sondern mit einem Mindestmaß an Empathie.
Stell dir zum Beispiel mal folgende Situation vor: (wir gehen jetzt mal davon aus, dass du ein Mann bist, das ganze geht natürlich auch analog mit anderen Merkmalen)

Du kommst in eine Gruppe, in der du niemanden kennst. Es ist vielleicht das erste Mal, dass du in einer Gruppe dieser Art sitzt. Bevor ihr wirklich zum Thema kommt, witzelt ein frisch von ihrem Freund getrenntes Gruppenmitglied über $KlischeeÜberMänner. Der Rest lacht verhalten. Sie spricht dich den Rest des Abends über nur noch mit „Schwanz“ an. Nachdem ihr konstruktiv an spannenden Dingen gearbeitet habt, fragt ein anderes Gruppenmitglied dich ohne sich vorher mit dir unterhalten zu haben nach deiner Telefonnummer, offensichtlich nicht zum Austausch über das Gruppenthema. Während des ganzen Treffens werden Insiderwitze gemacht, die du nicht verstehst und die dir niemand erklärt.
Wie hoch ist deine Motivation, dieses Treffen noch einmal zu besuchen?

Auch wenn der Rest der Gruppe furchtbar nett war, kann das Verhalten von Einzelnen Neulinge sehr abschrecken. Vieles davon ist sicherlich nicht böse gemeint. Es trägt dennoch dazu bei, dass jemand, der sich eh schon weit außerhalb seiner comfort zone bewegt sich noch fremder fühlt.

Dein Stammtisch/Crewtreffen ist nicht deine Clique. Menschen, die dich nicht kennen, wissen vielleicht nicht, dass du gewisse Witze/Bemerkungen nicht so meinst. Wenn du Interesse daran hast, dass wir mehr und bunter werden, verhalte dich an diesen Orten so, dass sich nicht nur dein näheres Umfeld, sondern alle wohl fühlen können.

Feminismus = Quote

Diese Verkürzung entspricht ungefähr Piraten = Internetpartei. Die Quote ist ein Tool, kein Ziel.
Für einige Feministinnen hat sie ihre Daseinsberechtigung. Das heißt nicht, dass jeder Quotenpositive Feminist die Quote überall für sinnvoll hält (geschweige denn sie durchdrücken will). Für mehr Information zu einer Diskussion über Quoten GOTO „Die Quote ist diskriminierend, weil…“
Und nur zur Sicherheit: der Kegelklub war sich bisher darin einig, dass die Quote ein innerhalb der Piratenpartei ungeeignetes Instrument ist. (Da wir ein loses Kollektiv sind, können wir aber natürlich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit für alle Kegelklublerinnen sprechen)

Feminismus ist sowas von 80s (lacht)
Schön wärs!

    • Frauen sind in Karrierefragen oft immer noch benachteiligt. Sei es Gehalt, potentielle Schwangerschaft, etc. Es gibt sogar immer noch Männer, die öffentlichen sagen, dass Frauen keine Chefs sein können. So wegen Hormonen und so.
    • 2/3 der Teilzeitjobs werden von Frauen gemacht. Oftmals unfreiwillig und nur mit finanzieller Unterstützung von Partner oder Staat.
    • In Deutschland sind ein Bruchteil der Führungspositionen weiblich besetzt. Statt dessen herrscht in weiten Teilen immer noch eine Puff-Kultur, die einem vielen Männern genauso wenig gerecht wird, wie Frauen.
    • In den letzten Jahren gab es einen enormen Zuwachs an geschlechtsspezifischem Kindespielzeug– also rosa Glitzerkram für liebe Mädchen, blau/grünes Technikspielzeug für abenteuerlustige Jungs und nichts dazwischen.
    • Produkte werden immer noch mit nackten meist weiblichen Körperteilen beworben. Und Laien wiederholen gebetsmühlenartig: Sex sells.
    • Biologistische Argumentationen und Publikationen sind allgegenwärtig. Dabei werden wissenschaftliche Standards verletzt, um „Frauen/Männer sind SO …“ argumentieren zu können. Repräsentative Studien, die z.B. zeigen, dass es keinerlei geschlechtsspezifische Unterschiede bei Gehirnaktivitäten gibt, schaffen es mangels „Sensation“ nicht in die Massenmedien.
    • Während einige sich den Arsch aufreißen, um MINT-Studiengänge attraktiver für Frauen zu machen, machen Informatikdekane immer noch fröhlich Bordellwitze in Vorlesungen.
    • Piraten verstecken sich hinter „Frauen sind halt so“ bzw. „Wir haben das alles überwunden!“ //naja, letzteres is
    • das Transsexuellengesetz ist immer noch in Kraft
    • wir haben es immer noch nicht auf die Reihe bekommen, Politik attraktiv für Frauen zu machen (und das gilt für alle Parteien.)
    • Jungs, die nicht dem traditionellen Männlichkeitsbild entsprechen, werden immer noch gemobbt
    • Vergewaltigungsopfer müssen sich immer noch rechtfertigen, dass sie nicht „selbst schuld“ sind bzw. müssen sie immer noch darum kämpfen, dass ihnen überhaupt geglaubt wird
    • Wir bringen Kindern immer noch je nach biologischem Geschlecht unterschiedliche Verhaltensweisen bei und erzählen dann, typisches Jungsverhalten sei „besser“ bzw. „erfolgreicher“
    • es gibt immer noch einen Markt für solche Shirts: http://www.thinkgeek.com/tshirts-apparel/womens/e630/
  • Mario Barth füllt das Olympiastadion. ‘Nuff said.

Aber wir sind doch Post-Gender
… Und wir leben in einem Land, in dem jedem das Recht auf sichere Existenz und Gesellschaftliche Teilhabe gewährt wird, in dessen Hauptstadt man fahrscheinfrei U-Bahn fahren kann, dessen Politiker Transparenz nicht als Buzzword, sondern als Arbeitsgrundlage sehen, in dem wir nicht seit Jahren immer und immer wieder Vorratsdatenspeicherung und Netzsperren erklären müssen…

Nur weil etwas in unserem Parteiprogramm steht, „sind“ wir es noch lange nicht. Nicht mal in unserem kuscheligen Piratenkosmos. Auch wenn viele von uns viel Zeit innerhalb der Partei verbringen, so hat unsere Umwelt doch einen Einfluss auf uns (und wir hoffentlich auch auf sie). Viele Mitglieder unserer Partei sind was Gleichberechtigung angeht ein ganzes Stück weiter als die Norm. Wir sind dennoch alle in einer sexistischen Gesellschaft aufgewachsen, unter der viele von uns – Männlein wie Weiblein wie Eichhörnchen – gelitten haben. Das hat Spuren hinterlassen. Post-Gender ist wie die oben erwähnten Piratenthemen eine Utopie, auf die wir hinarbeiten müssen.

Oh. Ups. Und jetzt?

Eure Liste ist unvollständig
Bestimmt! Über Ergänzungen und Anregungen freuen wir uns sehr.

– Autorinnen: @lotterleben, @laprintemps

Genderdebatte und Frauenquoten in der Piratenpartei

Einige Kegelklublerinnen wurden im Rahmen einer journalistischen Anfrage gebeten, eine Stellungnahme zur Aktuellen Quotendebatte und Maßnahmen, die mehr weibliches Engagement bei der Piratenpartei fördern könnten, zu verfassen. Dies ist unsere Antwort:

Zur Zeit wird viel über die Genderdebatte in der Piratenpartei diskutiert und geschrieben. Wir begrüßen eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema und möchten uns offen für Kritikpunkte, vor allem aber auch für Lösungsansätze zeigen. Mit der Frage, wie wir mehr Frauen zu einer Mitarbeit in unserer Partei motivieren können, setzen sich zur Zeit Frauen und Männer in der Piratenpartei aktiv und konstruktiv auseinander.

Wir sind dabei, die Ursachen für  die geringe Beteiligung von Frauen in der Piratenpartei sowie an exponierten Stellen innerhalb der Partei zu evaluieren. Gleichzeitig arbeiten wir bereits an Ideen, wie wir die Strukturen verändern können, so dass es Frauen leichter fällt, sich einzubringen. Dieser Prozess braucht allerdings Zeit.

Das Instrument einer Quote sehen wir kritisch, weil es bestehende Geschlechterdifferenzen zementiert und beispielsweise zur Zeit auch nicht die reale Anzahl von weiblichen Mitgliedern repräsentieren würde. Zudem gibt es Menschen, die sich keinem der beiden Geschlechter zuordnen möchten. In unserem Parteiprogramm setzen wir uns ausdrücklich für eine freie Selbstbestimmung von geschlechtlicher und sexueller Identität bzw. Orientierung ein. Daher ziehen wir es vor, nach progressiveren Lösungsansätzen zu suchen. In anderen Organisationen können Quoten trotzdem durchaus sinnvoll sein und wir wollen niemandem vorschreiben, auf welche Weise er sich für eine Gleichbehandlung aller Menschen einsetzen soll.

„Postgender“ –  also die Haltung, dass biologisches und soziales Geschlecht keine Rolle mehr spielen – sehen wir als Ideal an. Täten wir so, als sei dieses Ideal bereits erreicht, könnten wir uns ja keine Gedanken mehr darüber machen, wie wir Frauen besser einbinden können. Wir sehen, dass in unserer Gesellschaft immer noch viele Sexismen herrschen, die es zu bekämpfen gilt.
Für die höhere Beteiligung von Frauen in der Piratenpartei aber auch in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen wollen wir uns einsetzen, darüber aber auch nicht vergessen, dass es noch etliche andere Gruppen gibt, die im Hinblick auf ihre Rechte und ihre Möglichkeiten zur gesellschaftlichen und politischen Teilhabe noch nicht gleichgestellt sind.

Wir möchten gerne alle herzlich dazu einladen, an dem Gender-Diskurs teilzunehmen und  Gedanken und Lösungsideen mit einzubringen.

Für tiefergehende Einblicke in die bisherige Debatte empfehlen wir u.a. die Blogbeiträge von @arte_povera

– Verfasst von @mueslikind, @_nojoum und @lotterleben.

Solltest du dich in diesem Artikel wiedergefunden haben, zeichne ihn doch bitte im Wiki mit.

Veröffentlicht von in Uncategorized

Permalink

Liebe Kritiker:

Warum wir uns bemüßigt gefühlt haben, den letzten Blogpost zu schreiben
Unsere Kritik galt der Art, wie auf unseren Frauenmangel hingewiesen wird. Wir möchten uns tatsächlich um schüchterne Piraten kümmern. Und wir möchten tatsächlich erforschen, warum sich u.a. weniger Frauen bei uns engagieren. Die Kommentare der letzten Tage grätschten uns allerdings genau in diese Arbeit hinein. Das finden wir schade, denn wir möchten uns eigentlich bemühen, jede und jeden mitzunehmen.
„Post-Gender“ ist ein Ideal, das wir verfolgen, eine Geisteshaltung, die wir annehmen wollen. Wir wissen selbst, dass auch die Piraten nicht vom Himmel, sondern aus einer sexistischen Gesellschaft gefallen sind. Wer behauptet, wir wären bereits Post-Gender, der verbreitet die Unwahrheit und verschließt die Augen vor der Realität. Wer behauptet, dass wir Kegelklublerinnen behaupten würden, wir wären alle Post-Gender, der verbreitet ebenfalls die Unwahrheit. Wiederum müssen wir betonen, dass es in der Piratenpartei eine Menge unterschiedlicher und durchaus kontroverser Meinungen zum Thema „Frauen und Gender undsoweiter“ gibt. Es ist keineswegs so, dass wir alle die Meinung vertreten, wir hätten kein Problem. Wir glauben aber auch nicht, dass die vorhandenen Probleme unlösbar wären.
Natürlich dürfen wir uns nicht hinter WIR SIND ALLE SO POSTGENDER LALALALA verstecken, sondern müssen das Problem anerkennen und angehen, wir möchten aber andere Mittel als die Quote benutzen, da jede Quote notwendigerweise binär kategorisiert und Geschlechtszuschreibungen zementiert. Wenn du Ideen hast, wie das gehen könnte oder Hinweise oder Tips: Bitte mach mit. Egal ob du Pirat* bist oder nicht.
Wir sind uns bewusst, dass die Mitarbeit bei den Piraten für einige Frauen schwer ist, aber  wir arbeiten daran, das zu ändern. Der Blogpost sollte das Problem ansprechen, dass der Diskurs zur Zeit in den Medien nicht mit ausreichender Tiefenschärfe und vor allem ohne die Protagonist*en geführt wird
Mitmachen statt Draufhauen
Bitte haut nicht nur auf uns drauf, sondern helft uns. Einige von uns mögen – was Gleichberechtigung angeht – weiter sein als andere, aber auch wir sind personell begrenzt und kämpfen gegen ziemlich große Windmühlen.
Uns wird vorgeworfen, den Frauenmangel der Piratenpartei unter den Teppich kehren und statt die Kritik an unseren Strukturen anzunehmen, die Schuld auf die Medien schieben zu wollen. Das war zu keiner Zeit unsere Intention. Wir sind bereits dabei, uns aktiv und konstruktiv mit der Thematik auseinanderzusetzen, nur scheint es den meisten Teilnehmern am Diskurs leichter zu fallen, in Denkschablonen zu operieren und schnell Schuldige statt Lösungen ausfindig zu machen. Das ist jedoch unserer Meinung nach nicht zielführend. Alle sind eingeladen, nicht nur viel zu erzählen und böse zu werden, sondern sich mit uns und jeweils miteinander auseinanderzusetzen. Durch Zuhören, konstruktive Vorschläge und vor allem konkretes Handeln.
Die ersten Ansätze könnten sein:
  • Jetzt direkt auf weibliche Neupiraten zugehen, sie nicht gleich mit unserem eher rauhen Umgangston verschrecken, sondern ihnen helfen, sich zurechtzufinden, den Mut zu Wortmeldungen zu finden, sie vernetzen und ihnen zeigen, wie sie sich auf vielfältige Weise einbringen können. Statt des ewigen „Man müsste mal“ mehr „Yeah das machen wir jetzt so!“
  • Allgemein an den Kommunikationsstrukturen arbeiten, so dass ein freundlicherer Tonfall entsteht, mehr Respekt füreinander, mehr Solidarität füreinander im „Shitstorm-Fall“, ein Tonfall, bei welchem Wortbeiträge ernst genommen werden, egal von wem sie kommen, und Kritik an diesen sachlich formuliert wird. Greift ein Pirat einen Anderen auf einer persönlichen Ebene an – sei es nun durch Kommentare über sein Aussehen, seine sexuelle Orientierung oder sein Geschlecht– ist es die Aufgabe aller, dem Einhalt zu gebieten und dem Angegriffenen den Rücken zu stärken.
  • Über die großen, gesamtgesellschaftlichen Probleme sprechen: WARUM sind so wenige Frauen in technischen Berufen, wie könnte man sie ermutigen, sich in diesem und in anderen Bereichen stärker zu engagieren? Und wie kann man das Umfeld junger Mädchen davon abhalten, sie (unabsichtlich) zu demotivieren? ( Dasselbe gilt für Jungs und soziale Berufe).
    Wie können wir gesellschaftliche Strukturen so aufbrechen, dass Kinder nicht permanent in ein Rollenmuster gequetscht werden und was kann jeder einzelne (Pirat) dazu beitragen?
Lasst uns vor allem damit aufhören, erbost mit Fingern aufeinander zu zeigen. Niemand von uns ist perfekt. Lasst uns was ändern! Für alle und mit allen! Es gibt so viel zu tun!
Autorinnen: @_nojoum, @lotterleben und ein bisschen Hilfe von Freunden.